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i2b express 01-2013 - Innovation im Nordwesten Bremen und Oldenburg - Titelthema Diversity

/media/flashcomm?action=mediaview&context=normal&id=456
Beschreibung:

www.i2b.de - -
i2b express Ausgabe 01-2013 als PDF - -
Ebenfalls abrufbar auf der Webseite von i2b sowie als Beilage der "Wirtschaft in Bremen" der Handelskammer Bremen

i2b, i2b express, Bremen, Oldenburg, Innovation, Innovationen, Nordwesten, Metropolregion, Luftfahrt, Raumfahrt, Wissenschaft, Technologie, Diversity, neusta, team neusta, carsten meyer-heder, Dirk Schwampe, Andreas Kottisch, Axel Koelling, Diversity Management, Logistik, Diversity-Preis, Energiewende. Off-shore

// Bild: cienpies
www. i 2 b . d e
idea 2 business
Das Journal für Inno vation im Nordw esten // 01/13
Für Bremen und Oldenburg
Vielfalt als Vorteil nutzen
Für Unternehmen wird es immer wichtiger, sich auf unterschiedlichste
Bevölkerungsgruppen einzustellen, sowohl unter den Mitarbeitern als auch unter den
Kunden. Aktives „Diversity Management“ wird für Führungskräfte zur Pfl icht.
Titelthema: Diversity
Vielfältigkeit bewusst fördern
Immer mehr Unternehmen setzen
auf Vielfalt in der Belegschaft.
Ein Beispiel. Seite 4
Zuschüsse für Betriebe
Das Land Bremen leistet auf verschie -
denen Wegen Unterstützung für
Unternehmen, die
Men schen mit
Behinderungen
einstellen.
Seite 7
Unternehmen zeigen „Gesichter der
Nachhaltigkeit“
Das Wagenfeld Haus präsentiert bis zum
8. Mai eine Ausstellung, die
auch das Thema Vielfalt
in Unternehmen
beleuchtet.
Seite 9
Besseres Hören für alle
Das Exzellenzcluster „Hearing4all“
forscht nach neuen Technologien und
Modellen für individuelle
Hörhilfen. Seite 11
„Der Wohlstand Deutschlands hängt
wesentlich davon ab, ob es dem Land
gelingt, trotz seiner alternden
Bevölkerung wettbewerbsfähig
zu bleiben“, warnte der stellvertretende
OECD-Generalsekretär
Yves Leterme kürzlich bei
der Vorstellung des Länderberichts
„Zuwanderung
ausländischer Arbeitskräfte:
Deutschland“. Dafür sei es
notwendig, deutlich mehr
Menschen ins Land zu holen.
Aber nicht nur Zuwanderer
werden gebraucht. Viel ungenutztes
Potenzial schlummert
in Bevölkerungsgruppen, die
bis jetzt nicht ausreichend zum Zuge
kamen. Diese zu aktivieren, kann für
Organisationen zunächst eine
Herausforderung sein, denn die
wenigsten Unternehmenskulturen
sind darauf ausgelegt, Vielfalt und
tergründen. „Diversity Management“ heißt das
Schlagwort, das die aktive Einbeziehung aller
Bevölkerungsgruppen als Mitarbeiter und Kunden
beschreibt.
Unter dem Begriff „Diversity“ (englisch für
„Vielfalt“) werden Charakteristiken wie Nationalität,
Ethnizität, Geschlecht, Alter, sexuelle
Orientierung, körperliche Befähigung oder
Religion zusammengefasst. Im Nordwesten
beschäftigen sich bereits viele Organisationen
mit der Aufgabe,
Menschen aller Hintergründe stärker
einzubinden, die Hier archien
durchlässiger zu machen und
Umfelder zu schaffen, in denen
sich alle wohlfühlen und ihre
besten Leistungen erbringen
können. Gerade kleine und
mittlere Unternehmen sollten
das Thema mit Blick auf
die Zukunft jedoch noch stärker
aufgreifen. Diese Ausgabe
des „i2b express“ nennt dafür
einige Anlaufstellen und zeigt Beispiele
aus Unternehmen, die sich
bereits stark engagieren.
Nach Aussage vieler „Diversity
Manager“ ist die Vernetzung mit Gleichgesinnten
außerordentlich hilfreich. Eine erste Gelegenheit
dazu gibt es am 5. März beim „i2b meet-up“.
Infos: www.i2b.de
Die Präsidentenwahl in Amerika hat es
kürzlich vor Augen geführt: Der „weiße Mann“
und sein Wertesystem verlieren an Macht und
Einfl uss. Er könnte den Staat und die Wirtschaft
aber auch gar nicht mehr alleine tragen, selbst
wenn man ihn lassen würde. Das gilt nicht nur
für die USA, sondern angesichts der demografi -
schen Entwicklung auch für Europa.
Veränderung zu unterstützen. Großunternehmen
sind jedoch bereits gezwungen, der gesellschaftlichen
Entwicklung Rechnung zu tragen, aber
auch die Betriebe in Branchen mit drohendem
Fachkräftemangel öffnen sich für Arbeits- und
Führungskräfte mit unterschiedlichsten Hininternational
renommierte Musiker coacht, die
gemeinhin gerne als „Wunderkinder“ gefeiert
werden. Darunter befi nden sich beispielsweise
der Jazztrompeter Avishai Cohen und der
Weltklasse-Pianist Yaron Herman. Gleichzeitig
werden Brayers Einsichten und Geschäftsideen
aber auch von den Managern globaler Player wie
HP und Microsoft geschätzt – und von Politikern.
Am 23. April bietet sich i2b-Mitgliedern die
einmalige Gelegenheit, Opher Brayer in Bremen
persönlich zu erleben. Im Zuge einer Sonderveranstaltung,
die von i2b unterstützt wird, spricht
er im Speicher XI (auf Englisch) über Talente und
die Kunst des Netzwerkens. Im ersten Teil seiner
Präsentation legt er den Fokus auf die Talententwicklung
von Kindern und Business Managern.
Er erläutert, wie sowohl die persönliche als auch
die berufl iche Weiterentwicklung beschleunigt
werden können.
Der zweite Teil behandelt schwerpunktmäßig
ein anderes Thema, das in der heutigen Zeit aber
genauso verbreitet ist. „Alle tun es und glauben,
Meet-up „Luft- und Raumfahrt –
die Zukunft des Fliegens“
Die letzte i2b-Veranstaltung des Jahres 2012
richtete den Blick auf zukünftige Entwicklungen
in der Luft- und Raumfahrt sowie die damit verbundenen
Chancen für Bremen. Im Mittelpunkt
stand unter anderem der große Bedarf an klimafreundlichen
Technologien. Aber auch der
Fachkräftebedarf ist ein dringendes Thema in der
Branche, die im Nordwesten bereits rund 12.000
Menschen beschäftigt. Als spannende Innovation
präsentierte Prof. Laurenz Thomsen seine
Forschungsergebnisse zum Thema „Biokerosin
aus Meeresalgen“.
Sonderveranstaltung beim
Sechstagerennen
Die jährliche Auftaktveranstaltung für i2b-
Kooperationspartner fand in diesem Jahr im
Rahmen des Sechstagesrennens in der ÖVBArena
statt. Bei diesem Anlass wurden auch zwei
neue Partner, pro offi ce Bürokultur und Etzel-
Kavernenbetriebsgesellschaft, begrüßt. Darüber
hinaus sind wieder alle Partner aus dem letzten
Jahr im Boot. Gastgeber Hans Peter Schneider,
Geschäftsführer der Messe Bremen, erläuterte
unterdessen das neue Konzept fürs Sechstagerennen.
Das gehobene Niveau der Veranstaltung
und der stärkere Fokus auf den Sport hätten sich
in einer deutlich erhöhten Besucherzahl niedergeschlagen.
Meet-up „Bremer Musikmarken“
Zum ersten Mal war i2b am 5. Februar im legendären
Aladin zu Gast. Der Andrang war groß
und die Besucher bekamen eine kurzweilige Mischung
aus Diskussionsrunden und Musikeinlagen
von Bremer Interpreten geboten. Im Zentrum
der Gespräche mit Akteuren aus unterschiedlichsten
Bereichen der Musikwirtschaft stand
die Frage, wie die Highlights der lokalen Szene
aus dem Schatten geholt und auch überregional
besser vermarktet werden können. Ausdrücklich
gelobt wurde dabei die Club-Kultur der Stadt,
unter anderem von Sascha Eigner, Gitarrist der
erfolgreichen Band „Jupiter Jones“.
Der israelische Wirtschaftsberater und Coach von renommierten Musikern spricht am 23. April
im Vorfeld der Messe „jazzahead!“ über Talententwicklung und die Kunst des Netzwerkens.
Sonderveranstaltung mit Opher Brayer
i2b zu Besuch im Flughafen, beim Sechstagerennen und im Aladin
Opher Brayer. // Foto: Oren Shalev
Fotos: Kontrast Medienproduktion
sie wüssten wie es funktioniert: Netzwerken –
die Kunst, den Gebern zu geben – die friedliche
Waffe unserer Business Generation“, so Brayer.
„Wichtige Beziehungen sind der Schlüssel zum
Erfolg und wahre Hoffnungsträger.“ Häufi g versuche
man, die Wirkung des Netzwerkens zu verstehen,
während man tatsächlich vielleicht gerade
dabei ist, das nötige Gefühl dafür zu verlieren.
Dieser Vortrag refl ektiert auf einer Metaebene
die Konzepte des Talents und Netzwerkens und
beleuchtet beide aus einer neuen Perspektive –
einer besonderen Betrachtung von Opher Brayer.
Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 23. April,
um 19 Uhr im Speicher XI (Am Speicher XI, Bremen).
Weitere Informationen erhalten Sie in den
kommenden Wochen unter www.i2b.de.
Die „jazzahead!“ fi ndet vom 25. bis 28. April im
Congress Centrum Bremen statt. Weitere Informationen:
www.jazzahead.de
Talent ist nicht angeboren, sondern es kann
gezielt entwickelt werden, sobald man den
Prozess dafür kennt. Mit dieser These hat der
Israeli Opher Brayer weltweit Aufmerksamkeit
erregt – nicht zuletzt deshalb, weil er zahlreiche
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
2 i2b
Prof. Gertraude Krell hält beim i2b meetup
„Diversity“ am 5. März das Impulsreferat.
Die Berlinerin forscht, publiziert und referiert
zu Arbeitsschwerpunkten wie Chancengleichheit
der Geschlechter, Diversity und
„Emotionen in Organisationen“. Im Interview
erklärt sie, warum Diversity Management für
Unternehmen wichtig ist und welche ersten
Schritte sie empfi ehlt.
i2b: Was verstehen Sie unter Diversity
Management?
Gertraude Krell: In aller Kürze geht es um mehr
Chancengleichheit für alle Beschäftigten und
eine bessere Zusammenarbeit. Beides betrifft
auch Kunden und Kundinnen.
Warum sollten sich Unternehmen damit
befassen? Inwiefern können dadurch
Wettbewerbsvorteile erzielt werden?
Zunächst müssen sich Unternehmen damit befassen,
weil Benachteiligungen aufgrund von
„Rasse“, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion
oder Weltanschauung, Behinderung, Alters
und sexueller Identität durch das Allgemeine
Gleichbehandlungsgesetz verboten sind. Und
Verstöße dagegen können teuer werden. Hinzu
kommt: Auf dem Arbeitsmarkt und den Absatzmärkten
haben es Unternehmen mit immer
mehr Vielfalt zu tun. Darauf nicht angemessen
zu reagieren, bewirkt Wettbewerbsnachteile.
Schlagworte wie Globalisierung, Demographischer
Wandel, Fachkräftemangel, Wertewandel
stehen ja für ernst zu nehmende Entwicklungen,
die allesamt für Diversity Management sprechen,
um nicht zu sagen: es erfordern.
Ist das auch für kleinere Unternehmen
wichtig? Können die sich das zeitlich
leisten?
Erstens kostet es auch, sich das nicht zu leisten,
weil Benachteiligungen und Reibungen oder gar
Konfl ikte zwischen Beschäftigten zu Leistungseinbußen
führen. Mobbing ist da nur die Spitze
des Eisbergs. Zweitens kostet nicht alles viel Zeit
und Geld. Gerade bei kleineren Unternehmen
können ja die Chefs oder Chefi nnen schon allein
durch ihr Verhalten sehr viel zu einem Betriebsklima
beitragen, das dem Diversity-Gedanken
entspricht.
Was sind die ersten Schritte für ein Unternehmen
auf dem Weg zum Diversity
Management?
Zuallererst, das von der Leitung her wirklich zu
wollen und auch eine entsprechende Selbstverpfl
ichtung einzugehen, z.B. durch die Unterzeichnung
der Charta der Vielfalt. Das muss dann auch
im Unternehmen kommuniziert werden. Es kann
eine Projektgruppe gebildet werden, an der auch
die Interessenvertretung beteiligt wird. Ein ganz
wichtiger Schritt ist die Analyse des Ist-Zustands.
Dazu braucht es Statistiken, z.B. wie viele Frauen
es unter den Fach- und Führungskräften gibt, wie
viele Männer in Teilzeit oder Elternzeit. Möglich
sind auch Befragungen von Beschäftigten oder
Kundinnen und Kunden zum Thema wahrgenommene
Chancengleichheit. Die Ergebnisse zeigen,
wo Handlungsbedarf besteht. Und dann muss
entschieden werden, was zuerst angegangen
werden soll – und wie.
Wann spielt ein Unternehmen in der
„Champions League“ des Diversity
Managements?
Dazu fällt mir zunächst ein, dass Fußball und Diversity
Management ein spannendes Thema ist.
Frauen werden dort ja langsam anerkannt und
aufgewertet. Aber Homosexualität ist bei den
Männern nach wie vor ein Tabu. Theo Zwanziger
hat mal gesagt, er vermute, schwule Spieler
würden gar nicht erst Spitzenleistungen erzielen,
weil das Versteckspiel so stressig ist und so
viel Kraft kostet. Das ist übrigens ein klassisches
Diversity-Argument, das auch Unternehmen
betrifft. Andererseits können Unternehmen hinsichtlich
der Integration von Menschen unterschiedlicher
nationaler und kultureller Herkunft
viel vom Fußball lernen. Der Deutsche Fußball-
Bund hat übrigens die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
Aber nun zu meinen Kriterien für den Einzug
von Unternehmen in die Diversity-Königsklasse:
Diversity Management ist nicht nur Aushängeschild.
Es wird auch gelebt. Jemand ist dafür
verantwortlich. Die Kriterien, Verfahren und
Praktiken vor allem der Personalpolitik und auch
des Marketing sind dementsprechend verändert
worden.
Bringt das wirklich etwas? Traditionell
wurden gesellschaftliche Veränderungen
ja fast immer durch aufgestauten
Unmut erreicht, nicht durch Management-
Programme.
Diversity Management kommt ja aus den USA
und hat dort seine Wurzeln auch in der Bürgerrechtsbewegung.
Das heißt: Es ist ein Produkt
aufgestauten Unmuts gegen Rassismus und
Sexismus. Und: Wenn Sie Unternehmen verändern
wollen, dann braucht es gesellschaftlichen
Druck, rechtliche Regelungen plus geeignete
Management-Konzepte. Das schließt sich ja nicht
aus.
„Ein Produkt aufgestauten Unmuts“
Gertraude Krell ist unter anderem Mit-Herausgeberin
des Buchs „Chancengleichheit durch
Personalpolitik – Gleichstellung von Frauen und
Männern in Unternehmen und Verwaltungen“,
das im Gabler Verlag erschienen und mittlerweile
in der 6. Aufl age erhältlich ist. // Foto: privat
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Diversity 3
Ob Frau oder Mann, ob jung oder alt, mit deutschen Wurzeln oder mit Migrationshintergrund
– jeder Mensch ist einzigartig. In der Zusammenarbeit kann das zu innovativen Lösungen
führen. Darauf setzen immer mehr Unternehmen: Sie fördern die Vielfältigkeit ihrer
Belegschaft. Ein Beispiel.
Vielfältigkeit bewusst fördern
Die Leiterin des Kundencenters spricht viel von
Bewusstsein. Das Diversity Management bei
Mercedes-Benz habe zu einer langsamen Veränderung
der als „normal“ wahrgenommenen
Systeme geführt und Offenheit für neue Entwicklungen
geschaffen. „Natürlich berühren wir
dabei aber auch Tabu-Themen, auf die aufmerksam
gemacht werden muss, um dann auch hier
von den Unterschieden zu profi tieren“, erklärt
Doris Heitkamp-König. 2009 wurde daher zum
Beispiel das Schwulen- und Lesben-Netzwerk
„GL@D“ von Daimler-Angestellten in Stuttgart
gegründet. Auch in Bremen gibt es die Gruppe.
Sie trifft sich regelmäßig und bietet eine Anlaufstelle
für Kolleginnen und Kollegen, die sich unsicher
im arbeitsalltäglichen Umgang mit ihrer
Homosexualität sind. Fünf bis zehn Prozent der
Bremer Belegschaft seien homosexuell, so heißt
es. Von den wenigsten wissen die Kolleginnen
und Kollegen, denn es herrscht immer noch ein
tabuisierter Umgang mit diesem Thema. Auch
hier stellt Doris Heitkamp-König eine langsame
Veränderung fest: „Die Gruppe wächst.“
Hochschule und Mercedes
verleihen Diversity-Preis
Wie können sich Unternehmen für Förderungen
von Diversity einsetzen und ihr Engagement
nach außen tragen? Mercedes-Benz ist im vergangenen
Jahr eine Kooperation mit dem Zentrum
für Interkulturelles Management (ZIM) der
Hochschule Bremen eingegangen. Gemeinsam
verleihen sie einmal im Jahr den Diversity-Preis
„Bunter Schlüssel“ und richten die „Diversity-
Tafel“ aus, um den Einsatz im Bereich Vielfältigkeit
zu unterstützen. „Es ist toll, dass in Bremen
so ein Preis verliehen wird. Schließlich zeichnet
sich unsere Stadt durch Vielfalt aus“, freut sich
Doris Heitkamp-König. Die Kooperation mit
der Hochschule sei eine Win-Win-Situation.
Schließlich könne Mercedes-Benz darüber die
internen Erfahrungen auch an die Öffentlichkeit
tragen und gleichzeitig von Impulsen anderer
profi tieren. Generell empfi ehlt sie Unternehmen
den Austausch mit anderen Firmen, aber auch
mit anderen Branchen.
Der Blick über den Tellerrand scheint oberstes
Gebot beim Thema „Diversity“ zu sein. So kann
sich der eigene Horizont erweitern und durch
gemeinsame Vielfalt Neues entstehen.
Doris Heitkamp-König (l.), Leiterin des
Mercedes-Benz Kundencenters Bremen,
und Prof. Jutta Berninghausen, Konrektorin
Internationales der Hochschule Bremen,
verleihen einmal im Jahr den Diversity-Preis
„Bremer Schlüssel“.
Foto: GfG / Gruppe für Gestaltung
Von Rike Oehlerking
In den vergangenen Jahren ist das Schlagwort
„Diversity Management“ für Firmen zunehmend
ins Zentrum gerückt. Mittlerweile investieren
deutsche Unternehmen im Durchschnitt 2,3 Millionen
Euro pro Jahr in die Förderung der Mitarbeitervielfalt.
Die Führungsetagen erkennen,
dass vor allem die Zufriedenheit ihrer Belegschaft
für die Verbesserung von ökonomischen
Prozessen verantwortlich ist. Und zufrieden ist,
wer sich in seiner Individualität akzeptiert fühlt.
Im Bremer Daimler-Werk ist das schon lange
kein Geheimnis mehr. Rund 13.000 Angestellte
arbeiten hier. Da bleibt „Diversity“ nicht aus.
„Wir sind vielfältig und fördern das ganz bewusst“,
betont Doris Heitkamp-König, Leiterin
des Kundencenters und Diversity-Beauftragte
des größten privaten Arbeitgebers in der Region.
Das Thema der „Internationalität“ drängt
sich geradezu auf, bei einem Unternehmen, das
– wie Mercedes-Benz – Produktionsstätten auf
vier Kontinenten betreibt. „Kommen beispielsweise
chinesische Arbeiter für eine Weile in unser
Werk, sorgen wir dafür, dass sie in der neuen
Umgebung zurechtkommen und auch außerhalb
der Arbeitszeit integriert werden“, erklärt Doris
Heitkamp-König.
Schwulen- und Lesben-
Netzwerk wächst
Aber „Diversity“ kann und ist noch mehr. Im
Bereich „Gender“ tut sich ebenfalls seit einiger
Zeit eine ganze Menge. „Vor einigen Jahren
war es noch undenkbar, dass auch
Frauen in technischen Abteilungen
arbeiten und dort auch akzeptiert
werden oder Männer in die Elternzeit
gingen“, erinnert sich die
Diversity-Beauftragte. Durch einen
bewussten Umgang mit der
Thematik, eine gewisse Portion
Mut zur Veränderung und Überzeugungskraft,
gelang es zunehmend,
innerhalb der Arbeiterschaft
für Akzeptanz zu sorgen. Heute sei
vielen Angestellten bewusster, dass es
nicht auf das Geschlecht, sondern auf
die Qualifi kation ankommt.
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4 Diversity
Die BTC Business Technology Consulting AG
hat seit der Gründung im Jahr 2000 ein Wachstum
an den Tag gelegt, wie es im Nordwesten
selten zu beobachten ist. Mehr als 1800 Menschen
arbeiten inzwischen für das Informationstechnologie-
Unternehmen aus Oldenburg. Diese
Entwicklung ist umso erstaunlicher, als das begrenzte
Fachkräfteangebot im IT-Bereich schon
jetzt für viele Firmen eine massive Wachstumsbremse
darstellt.
Im Unterschied zu anderen Unternehmern hat
BTC-Gründer Bülent Uzuner von Anfang an die
Türen für Bewerber geöffnet, in denen andere
Unternehmer nur Risiken und Kostenfaktoren sahen.
„Wir haben gerade die erste Kollegin eingestellt,
von der wir wissen, dass sie schwanger ist“,
berichtet Rüdiger Theobald, Leiter der Stabstelle
für Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung.
„Das ist für uns gesellschaftliche Verantwortung,
aber auch ein Wettbewerbsvorteil.“ Um gute Mitarbeiter
zu gewinnen und zu halten, berücksichtige
BTC die Individualität jedes Einzelnen.
Ein weiteres Beispiel: Eine Kandidatin aus
einem anderen Kulturkreis schickt ihre Bewerbungsunterlagen
auf Deutsch, allerdings mit
einigen Fehlern. Die Bewerbung wegen „Schludrigkeit“
beiseite zu legen sei hier fehl am Platze,
so Theobald. „Im Gegenteil, es zeugt von Wert-
Die Bremer Diversity Tafel soll Raum schaffen, um über das Thema Diversity
mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Medien und
Politik zu sprechen. In ungezwungener Atmosphäre lädt ein wechselnder
Gastgeber ein, um bei kulinarischen Köstlichkeiten zu informieren und die
Diskussion anzuregen.
Erstmalig fi ndet in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt unternehmen“
am 11. Juni der erste Deutsche Diversity-Tag statt. An diesem Tag lädt team
neusta in Kooperation mit dem ZIM (Zentrum für interkulturelles Management
Hochschule Bremen) und Mercedes-Benz Bremen in den Schuppen
Eins in der Bremer Überseestadt zur nächsten Bremer Diversity Tafel ein. In
dem alten Stückgutumschlagsschuppen an der Konsul-Smidt-Straße wurde
seit 2008 eine komplette Kernsanierung durchgeführt, sodass heute in historischer
Umgebung hochmoderne Büro- und Wohneinheiten entstanden
sind.
Bei der BTC AG wäre zügiges Wachstum ohne Diversity Management kaum denkbar.
Rund 20 Prozent der Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund.
Unternehmensverbund lädt am Deutschen Diversity-Tag in den Schuppen Eins ein
„Gesellschaftliche Verantwortung,
aber auch Wettbewerbsvorteil“
team neusta richtet nächste „Diversity Tafel“ aus
auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv
einzubinden.
Dass es funktioniert, zeigt der Blick auf die
Internationalität der BTC AG. Insgesamt haben
19,9 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
einen Migrationshintergrund; sie sprechen
26 verschiedene Sprachen. Der Prozentsatz entspricht
dem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund
in Deutschland. „In diesem Aspekt
von Vielfalt hat BTC das Unternehmensziel, ein
Abbild der Gesellschaft zu sein, somit bereits erreicht“,
so Theobald.
All dies ist für das Unternehmen kein Selbstzweck.
Auf die letzte Kommastelle ausrechnen
lassen sich die fi nanziellen Vorteile nicht, aber
neben der Mitarbeitergewinnung und -bindung
dürfte auf diese Weise auch schon der eine oder
andere Auftrag befl ügelt worden sein. Internationale
Kundenbeziehungen gestalten sich laut
Theobald leichter, wenn Menschen aus dem gleichen
Kulturkreis als „Brückenbauer“ fungieren
können. „Die interkulturelle Kompetenz unserer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
trägt somit erheblich
zum Erfolg unseres Unternehmens
bei“, so Theobald.
Weitere Informationen //
www.btc-ag.com
Die BTC AG mit Hauptsitz
in Oldenburg und Niederlassung
in Bremen
erhielt 2011 den
Diversity-Preis „für die
Einbindung von Fair -
ness, Wertschätzung und
Gleichbehandlung in ihre
Unternehmensphilosophie,
für die Förderung
kultureller Vielfalt im
Rahmen der Personalund
Organisationsentwicklung,
für ihre
nachhaltigen Strategien“,
wie die Jury mitteilte.
// Foto: BTC
Für die Unternehmensgruppe team neusta, die mit über 500 Mitarbeitern
individuelle IT-Lösungen für Kunden aller Branchen entwickelt, ist Diversity
ein wichtiges Thema. „Verschiedene Ansätze zur Förderung der Integration
und Nachhaltigkeit in Bezug auf ein produktives Miteinander sind
in der Unternehmenskultur, in der der Mensch im Mittelpunkt steht, fest
verankert“, teilt das Unternehmen mit.
So sei es vor allem die partnerschaftliche Kommunikation auf Augenhöhe
– unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, Ethnizität, sexueller
Orientierung oder Behinderungen – die team neusta erfolgreich mache und
den Firmenverbund nachhaltig für die Zukunft rüste. „Mitarbeiter werden
gefordert und gefördert, jeder kann und soll Verantwortung übernehmen
und sein Talent und seine Fähigkeiten bestmöglich in die Unternehmenskultur
einbringen“, betont die Geschäftsführung. Darüber hinaus nehme
team neusta jedes Jahr am Bremer Diversity-Preis teil, in dem konkrete Ansätze
und Maßnahmen aufgezeigt werden.
schätzung, dass die Kandidatin versucht hat, uns
die Bewerbung in unserer Sprache zukommen zu
lassen.“
Vielfalt war bei der BTC AG schon immer ein
wichtiger Faktor. Öffentlich dokumentiert wurde
dies unter anderem durch die Unterzeichnung
der „Charta der Vielfalt“, einer Unternehmensinitiative
zur Förderung von Diversity in Unternehmen,
die von der Bundesregierung unterstützt
wird. Damit Diversity Management im Unternehmen
gelebt wird, ist es laut Theobald wichtig,
sowohl die Führungsebene zu sensibilisieren als
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Diversity 5
Das Oldenburger „B5-Projekt“ unterstützt Unternehmen bei der Ausbildung von Jugendlichen,
die noch nicht alle Voraussetzungen erfüllen.
„All-inclusive-Paket“ für Ausbildungsbetriebe
„Wir sehen, dass einige Jugendliche sich in Vorstellungsgesprächen
nicht gut verkaufen können“,
erklärt Ayça Polat, Integrationsbeauftragte
der Stadt Oldenburg. „Beide Seiten sollen sich
deshalb mal außerhalb des üblichen Rahmens
kennenlernen.“ Dies geschieht unter anderem in
Form eines gemeinsamen Abendessens. Die Jugendlichen
bekommen dabei auch Gelegenheit,
Präsentationen zu zeigen, die sie im Laufe der
Woche erstellt haben. „Wir möchten den Jugendlichen
mehr Zeit geben, von sich zu überzeugen“,
so Polat.
„Wenn man etwas Neues ausprobiert,
ändern sich auch die Denkweisen.
Wenn man nichts riskiert, ändert sich
auch nichts.“ – Layali, Jugendliche mit
pakistanischen Wurzeln
Das Ziel ist, pro Durchlauf 15 Jugendliche mit 15
Betrieben zusammenzubringen. Für den ersten
Durchgang waren bis zum Redaktionsschluss
acht Unternehmen im Boot. Ayça Polat wirbt daher
noch einmal für die ungewöhnliche Chance,
die sich Betrieben bietet, weil das B5-Team ihren
Bedürfnissen sehr weit entgegen kommt. „Wir
bieten eine Art All-inclusive-Paket an“, betont
sie. Das beginnt bei der Vorauswahl geeigneter
Bewerber, die auch auf ihre Interessen und ihre
Motivation hin abgeklopft werden. Darüber hinaus
wird Förderbedarf in Soft Skills ermittelt und
Unterstützung bereitgestellt. Schließlich werden
die Jugendlichen und die Betriebe – aber auch
die Eltern der Auszubildenden – die kompletten
drei Jahre begleitet, um möglichen Problemen
vorzubeugen. „Das ist eine Gelegenheit, die Betriebe
nicht so oft kriegen werden“, so Polat.
Auf bestimmte Branchen ist das Angebot nicht
beschränkt. Wer beim ersten Durchlauf in den
Osterferien nicht dabei sein kann oder möchte,
kann auch schon mal Interesse für spätere Termine
anmelden.
Kontakt //
Kristin Asmus, Leitstelle Region des Lernens,
asmus@bbs3-ol.de,
Telefon 0441 - 98361-17
Einen Flyer mit Informationen
zum B5-Projekt gibt es
unter www.oldenburg.de/
bewerbungscamp.
Unter dem Motto „WOW! Weltoffene Oldenburger
Wirtschaft“ startete vor zwei Jahren eine
Ausbildungsoffensive gegen Fachkräftemangel.
Daraus ist jetzt ein neues Modellprojekt entstanden:
das „Bewerbungscamp mit Ausbildungsbegleitung
für Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf“
– kurz „B5-Projekt“. Der Buchstabe
„B“ steht für die Begriffe Bereitschaft, Bewerber,
Beharrlichkeit, Betrieb und Begeisterung.
Das Projekt verfolgt das Ziel, Betrieben mit
offenen Ausbildungsstellen passgenaue Bewerberinnen
und Bewerber zu vermitteln. Häufi
g fehlen den Kandidaten, die sich melden, die
schulischen Voraussetzungen, die sprachlichen
Kompetenzen oder Schlüsselqualifi kationen wie
Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit.
Ob die Jugendlichen wirklich motiviert und
in der Lage sind, die Ausbildung erfolgreich zu
absolvieren, ist unter diesen Umständen schwierig
abzuschätzen. Hinzu kommen aber auch oft
kulturelle Barrieren und interne Hemmschwellen
in den Betrieben.
„Für die Bereicherung [die Jugendliche
mit Migrationshintergrund in einen
Betrieb mitbringen] lohnt es sich total,
etwas zu riskieren, und das Risiko ist bei
einem Azubi aus Ostfriesland auch nicht
viel geringer.“ – Zehra, Jugendliche mit
türkischen Wurzeln
Das B5-Projekt, das aus Mitteln des Europäischen
Sozialfonds fi nanziert wird, unterstützt
Unternehmen mit Seminaren, Workshops und
einem Begleitungsangebot. Darüber hinaus werden
geeignete Jugendliche sorgfältig ausgewählt
und im Rahmen von „Bewerbungscamps“ auf die
ersten Schritte im Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern
vorbereitet. Insgesamt soll das Projekt
helfen, kostspielige Ausbildungsabbrüche zu
vermeiden.
Die Auswahl der Kandidaten beginnt bereits
an den Schulen. Das Projektteam verfügt über
gute Kontakte zu Lehrern, die geeignete Jugendliche
vorschlagen. Diese werden in den Oster- oder
Herbstferien zu den einwöchigen Camps eingeladen,
wo sie ein Bewerbungstraining absolvieren
und Mappen erstellen. Gleichzeitig werden
noch einmal ihre Interessen und Chancen analysiert.
Am letzten Tag treffen die Jugendlichen
schließlich mit den Ausbildern der interessierten
Betriebe zusammen.
Die „WOW-Initiative“ ist ein breit aufgestelltes
Netzwerk von Akteuren aus den
Institutionen der Stadt Oldenburg, der
Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer,
der Handwerkskammer Oldenburg,
der Bundesagentur für Arbeit und
der Leitstelle Region des Lernens, Stadt
Oldenburg. In diesem Verbund haben bereits
gemeinsame Aktivitäten stattgefunden,
die zum einen die Verbesserung der
Ausbildungschancen von benachteiligten
Jugendlichen zum Ziel haben und zum anderen
dem Fachkräftemangel in der Region
entgegenwirken sollen. Neben den Bewerbungscamps
sind das beispielsweise auch
Fortbildungen in Bereichen wie Diversity
Management und Konfliktmanagement.
Diese fi nden meist nachmittags statt, dauern
maximal drei Stunden und sind mit
geringen oder gar keinen Gebühren verbunden.
Betriebe erhalten dabei auch die
Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu
kommen und voneinander zu lernen.
Weitere Informationen //
Matthias Welp,
Team Wendehafen, Jugendberufshilfe,
matthias.welp@stadt-oldenburg.de,
Telefon 0441 - 2190677
„WOW-Initiative“
bietet auch
Fortbildungen an
Ayça Polat sucht noch
ausbildungswillige Betriebe.
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6 Diversity
Das Land Bremen leistet auf verschiedenen Wegen
Unterstützung für Unternehmen, die Schwerbehinderte einstellen.
Zuschüsse für die Beschäftigung von
Menschen mit Behinderungen
Heile Welt geht anders: Wer nach Informationen
über die Situation von Menschen mit Behinderungen
auf dem Arbeitsmarkt sucht, stößt auf
böse Überschriften wie „Firmen kaufen sich von
Behinderten frei“ (Spiegel), „Draußen vor der
Tür“ (Süddeutsche) oder „Behinderte werden
noch immer benachteiligt“ (Zeit). Hier besteht
offensichtlich noch viel Nachholbedarf in der
Wirtschaft.
Dabei mangelt es im Land Bremen nicht an
Unterstützung für einstellungswillige Unternehmen.
Allein die Übersicht ist nicht ganz leicht zu
bewahren. Drei der wichtigsten Programme und
Beratungsmöglichkeiten in Kürze:
Arbeitsmarktprogramm Plus
Dieses Programm gibt Betrieben die Möglichkeit,
schwerbehinderte Menschen im Rahmen
eines befristeten Arbeitsverhältnisses ohne
weitere Verpfl ichtungen kennenzulernen. Dazu
können im ersten Jahr der Beschäftigung die
Lohnkosten bezuschusst werden – für die ersten
sechs Monate mit bis zu 100 Prozent, danach
mit bis zu 75 Prozent. Wer den Arbeitnehmer
sechs Monate nach Ablauf der Förderung unbefristet
weiterbeschäftigt, bekommt darüber
hinaus auf Antrag eine Prämie von 5000
Euro. Das Programm läuft zunächst bis zum
30. Juni 2013, soll aber bis Ende 2017 verlängert
werden. Anträge, Informationen und Kontakte
zu qualifizierten Menschen mit Behinderung
vermittelt der gemeinsame Arbeitgeber-Service
der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven
und der Jobcenter in Bremen und Bremerhaven
unter Tel. 01801-664466.
Initiative Inklusion
Arbeitgeber können für die erstmalige Besetzung
eines Ausbildungsplatzes mit einem
schwerbehinderten jungen Menschen oder bei
der Einstellung eines schwerbehinderten älteren
Arbeitnehmers ab 45 Jahren bis zu zwei
Jahre lang einen monatlichen Zuschuss zum Arbeits-
oder Ausbildungsentgelt in Höhe von bis
zu 416 Euro erhalten. Bei befristeter Übernahme
gibt es noch einmal eine Prämie von 1500 Euro,
bei unbefristeter Anstellung 6000 Euro. Das
Programm basiert auf der Richtlinie „Initiative
Inklusion“ der Bundesregierung und wurde auf
regionaler Ebene durch eine Kooperation des
Landes Bremen, der Arbeitsagentur und der Jobcenter
ergänzt. Kontakt: Arbeitgeber-Service, Tel.
01801-664466.
Integrationsfachdienst
Der Integrationsfachdienst Bremen (IFD) Bremen
berät Unternehmen in allen Fragen rund
um Behinderung und Erkrankung. Er
erleichtert die Personalsuche und unterstützt
Unternehmen mit behinderten
Beschäftigten, wenn der Betriebsalltag
nicht reibungslos läuft. Dabei
versteht er sich als Mittler zwischen
Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
Info // www.ifd-bremen.de
Beschäftigungsquote
für schwerbehinderte Menschen von
5 Prozent. Gleichzeitig verdeutlicht die
Studie, dass aber jene Betriebe, die
mehr Schwerbehinderte beschäftigen,
zu einer besseren Einschätzung von
deren Leistungsfähigkeit kommen.
Diese Angebote sollten noch von mehr Unternehmen
genutzt werden, denn Schwerbehinderte
Menschen haben es auch In Bremen nicht
leicht, einen Arbeitsplatz zu fi nden. Das bestätigte
eine Studie des Integrationsamts: Danach
erfüllen rund 65 Prozent der Bremer Betriebe
nicht die gesetzlich vorgeschriebene Beschäfti-
bestäi2b
e x p r e s s 0 1// 2 013
Diversity 7
In der Backstube der Bäckerei & Konditorei
Neteler ist er mittlerweile bestens integriert:
Harald Witthus, 27 Jahre alt, hat trotz einer Lernbehinderung
eine feste Stelle als Produktionshelfer
gefunden. In Bad Zwischenahn arbeitet er
25 Stunden pro Woche, danach wird es mit der
Konzentration schwierig.
Sein Chef ist sehr angetan von der Arbeit, die
Harald Witthus leistet. Stefan Neteler, der drei Filialen
in dem Ammerländer Kurort unterhält, ist
durch Zufall auf seinen Mitarbeiter, der nun seit
einem Jahr zur 30-köpfi gen Mannschaft zählt,
Lernbehinderter Produktionshelfer nutzt berufl iche Chance
Mathe ist nicht alles
derung zurückschrecken. Er kann diesbezüglich
den Kontakt zu unterstützenden Einrichtungen
sehr empfehlen. „Zunächst hat Herr Witthus Hilfe
bei der Organisation des Umzugs erhalten, parallel
dazu Unterstützung in schulischen Dingen.
Jetzt braucht er die Betreuung gar nicht mehr“,
beschreibt er die gewonnene Selbstständigkeit
seines Mitarbeiters.
„Korrekt und engagiert“
Im Fall von Harald Witthus zählt viel mehr als
der Umgang mit Zahlen. Dennoch wird auch die
Schwäche beim Rechnen im Alltag in Angriff
genommen. Witthus arbeitet in fast allen Bereichen
der Bäckerei und Konditorei. Besonders
verantwortungsvoll ist das Aufteilen der Ware
für die Filialen. Da muss gezählt werden und
das macht der 27-Jährige akribisch. „Er ist korrekt
und engagiert“, nennt Stefan Neteler zwei
Eigenschaften, die auch im Team der Backstube
gut ankommen. Anfangs musste sich Witthus an
Aufgaben herantasten, obwohl er eine Ausbildung
im Bäckerhandwerk durchlaufen hat. Die
Kollegen mussten ihrerseits akzeptieren, dass
die Arbeitsgeschwindigkeit von Witthus nicht
mit der eigenen zu vergleichen ist.
Für seine berufl iche Chance ist Harald Witthus
von Augustfehn nach Bad Zwischenahn umgezogen.
Dort ist er inzwischen der Freiwilligen
Feuerwehr beigetreten. Und wenn die Bäckerei &
Konditorei Neteler bei Aktionen im Ort beteiligt
ist, hilft er mit. Beim Zwischenahner Aalfest hat
er Aalrauchbrot verkauft. Damit ist ihm ein weiterer
Schritt gelungen, die Sache mit dem Rechnen
zu meistern.
aufmerksam geworden. „Über die Gemeinnützige
Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Wilhelmshaven
ist mir die Idee gekommen“, erzählt
der Betriebsinhaber. Da über seinem Geschäft
an der Georgstraße noch eine Wohnung frei war,
konnte alles relativ leicht realisiert werden. „Die
Nähe zum Betrieb gibt ihm einen guten Halt“,
sagt Neteler.
Der Meister aus dem Bezirk der Handwerkskammer
Oldenburg weiß, dass viele Unternehmer
trotz des Wegfalls der Ausgleichsabgabe
vor der Einstellung eines Menschen mit Behin-
Grundlage für einen
Kranzkuchen:
Betriebsinhaber
Stefan Neteler schaut
seinem Produktionshelfer
Harald Witthus
zu. // Foto: Handwerkskammer
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
8 Diversity
Diversity ist ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit. Das Wilhelm Wagenfeld Haus
präsentiert bis zum 8. Mai 2013 eine Ausstellung, die auch das Thema Vielfalt im Alltag
Bremer Unternehmen beleuchtet.
Unternehmen zeigen „Gesichter der Nachhaltigkeit“
Beratungsangebote für Frauen
Sie bauen energieeffiziente Bürogebäude.
Sie backen im familienfreundlichen Schichtbetrieb.
Sie lernen bei übertarifl icher Bezahlung.
Sie achten untereinander auf Sicherheit im Job.
Sie geben die Erfahrung von Generationen weiter.
Sie arbeiten in Bremen und Bremerhaven.
Unterschiedlichste Menschen werden in der
Ausstellung „Gesichter der Nachhaltigkeit“ porträtiert,
die die ‘initiative umwelt unternehmen‘
(iuu) vom 2. März bis 8. Mai 2013 im Wilhelm Wagenfeld
Haus präsentiert.
„Menschen gestalten Unternehmen. Unternehmen
gestalten Zukunft“ – so lautet der Untertitel
der ersten Gemeinschaftsausstellung der
iuu. Zwanzig Firmen unterschiedlicher Branchen
und Größen erlauben dafür einen Blick hinter die
Kulissen. Ob Geschäftsführer, Azubi, Fertigungsleiterin
oder langjähriger Mitarbeiter: In der Ausstellung
kommen sie alle zu Wort und schildern
aus ihrer persönlichen Perspektive, aus welchen
Gründen ihre Arbeit besonders sozialverträglich
oder umweltfreundlich ist. Entlang der fünf
Themen Umwelt, Gesundheit, Arbeit und Leben,
Vielfalt sowie Perspektiven erzählen die „Gesichter
der Nachhaltigkeit“ von den zahlreichen
Facetten unternehmerischer Nachhaltigkeit und
Verantwortung.
Die konkreten Beispiele reichen von der Gesundheitsvorsorge
über energieeffi ziente Produktion
und ressourcenschonende Bauweisen
bis hin zu Nachfolgeregelungen sowie schwullesbischen
Mitarbeiternetzwerken. Sie sollen
zum Nachdenken und Nachahmen anregen. Das
Thema Vielfalt wird dabei von der Daimler AG,
Kaefer Isoliertechnik, der Fleischerei Stehr und
der Gewoba vorgestellt. Ziel der iuu ist es, mit
dieser Ausstellung Möglichkeiten für unterneh-
Sie kommen in der Ausstellung „Gesichter der Nachhaltigkeit“ auch zu Wort: Hans-Joachim Stehr,
Geschäftsführer der Fleischerei Stehr aus Bremerhaven, und sein Sohn Jannis. // Foto: iuu/H&K+S
Agentur für Werbung
Menschen gestalten Unternehmen.
Unternehmen gestalten Zukunft.
2. März bis 8. Mai 2013
Wilhelm Wagenfeld Haus, Am Wall 209, Bremen
Öffnungszeiten: Di 15 – 21 Uhr, Mi bis So 10 – 18 Uhr
Eintritt: 3,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Infos // www.wwh-bremen.de
„Gesichter der Nachhaltigkeit“
merisches Handeln aufzuzeigen, das sich langfristig
positiv auf Mensch, Natur und Umwelt
auswirkt und sich zudem wirtschaftlich lohnt.
Unterstützung bieten dabei die iuu-Kooperationspartner
mit ihren vielfältigen Aktivitäten,
die in der Infothek der Ausstellung und in den
Begleitveranstaltungen im Wilhelm Wagenfeld
Haus vorgestellt werden.
Die ’initiative umwelt unternehmen’ ist eine
Aktivität des Senators für Umwelt, Bau und
Verkehr, getragen von der RKW Bremen GmbH
und der Agentur ecolo, in Kooperation mit verschiedenen
weiteren Partnern. Gefördert wird sie
durch die Europäische Union.
Die Beratungsstelle „Frauen in Arbeit und
Wirtschaft e.V.“ (FAW) bietet verschiedene Beratungsmöglichkeiten
an, die Frauen helfen sollen,
in der Wirtschaft Fuß zu fassen und erfolgreich
zu sein. Der Verein will die Chancengleichheit
von Frauen im Berufs- und Wirtschaftsleben
verbessern, unabhängig von Nationalität und
Herkunft. „Aufgabe unserer Beratung ist es, die
persönlichen Interessen der Frauen mit den
Anforderungen des Arbeitsmarktes in Einklang
zu bringen und eine Integration in den Ausbildungs-
und Arbeitsmarkt zu erreichen“, teilt der
Verein mit. Die Beratung sei
unabhängig und kostenfrei,
da FAW komplett aus EUMitteln
fi nanziert werde.
Infos //
www.faw-bremen.de
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
Diversity 9
Uni Bremen und Paritätisches Bildungswerk kooperieren in EU-gefördertem Bildungsprojekt
Im März startet der 7. Zyklus der berufsbegleitenden
Fortbildung „Managing Diversity – Potentiale
der Vielfalt entdecken und gestalten“,
veranstaltet vom Paritätische Bildungswerk im
Rahmen des EU-geförderten Kooperationsprojekts
„Bremer-Forum:Diversity“. Das Konzept der
theoretisch fundierten und praxisnahen Fortbildung
wird in Zusammenarbeit mit dem Bremer
Institut für Kulturforschung (bik) an der Universität
Bremen durchgeführt und fortlaufend wissenschaftlich
begleitet.
Die Zusatzqualifikation wendet sich an
Führungskräfte von Unternehmen und Non-
Profi t-Organisationen sowie an Mitarbeiter und
Bremer Forum Diversity: Weiterbildung und Kompaktseminaret
Mitarbeiterinnen aus der sozialen Arbeit, in der
öffentlichen Verwaltung und bei freien Trägern.
Die berufsbegleitende Fortbildung wird in zwei
Modulen angeboten und umfasst insgesamt 172
Unterrichtsstunden, wobei das Selbststudium
und die individuelle Beratung eingerechnet
sind. Präsenzzeiten sind an Freitagnachmittagen
und Sonnabenden vorgesehen. Bei Teilnahme
an der gesamten Fortbildung sowie der erfolgreichen
Erstellung einer Praxisarbeit und deren
Präsentation im Abschluss-Kolloquium wird ein
Zertifi kat vergeben.
Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen
Jahr soll auch 2013 wieder der mit 10.000 Euro
dotierte Bremer Jazzpreis vergeben werden. Der
Wettbewerb wird vom Freundes- und Förderkreis
des Jazz in Bremen e.V. ausgerichtet und
wendet sich an Bands, die ethnische Einfl üsse in
Vom Jazz „in andere Welten entführt“
ihrer Musik einsetzen. Beim Publikum kommt das
Konzept sehr gut an: Das Konzert anlässlich der
Preisverleihung 2012 war mit 280 Besuchern im
Club „Fritz“ komplett ausverkauft. Auch die dargebotene
Qualität stimmte: „Ich bin begeistert
vom enormen Niveau dieser rundum gelungenen
Veranstaltung“, freute sich die Vorsitzende
der Jury, die Jazzpianistin Julia Hülsmann. „Alle
drei Bands haben mich mit ihrer Musik in andere
Welten entführt.“
Weitere Informationen //
www.jazzpreis-bremen.de
Darüber hinaus bietet das Bremer Forum auch
Kompaktseminare im Umfang von 1 bis 2 Tagen
zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten
an. Dabei fi nden sowohl einführende Seminare
statt, die einen allgemeinen Überblick über
den Ansatz des Diversity Managements geben,
als auch vertiefende Trainings zu spezifi schen
Themen wie „Diversity in Teams“ oder „Diversity
und Qualitätsmanagement“. Die Konzeption
und Umsetzung dieser Angebote wird auf den
konkreten Bedarf der jeweiligen Zielgruppen
abgestimmt.
Weitere Informationen //
www.bremerforum-diversity.de
Log Dich ein: Systeme vernetzen – Zukunft gestalten
Software Engineering
für logistische Systeme
Berufsbegleitend studieren:
IT-Profis für die Logistikbranche
Weiterbildendes Studium mit Zertifikat der Universität Bremen
Unterrichtsmodule auch einzeln studierbar
Start: 8. April 2013
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Akademie für Weiterbildung der Universität Bremen
Telefon 0421 - 218 61 632 oder 218 61 629
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Akademie
für Weiterbildung
der Universität Bremen
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
10 Diversity
Von Insa Lohmann
Hören ist für die meisten Menschen ganz
selbstverständlich. „Erst wenn sich das Gehör
verschlechtert, bemerkt man, dass das Hören in
der alltäglichen Kommunikation eine große Rolle
spielt“, betont der Oldenburger Physiker und Mediziner
Prof. Birger Kollmeier. So haben allein in
Deutschland etwa 15 Millionen Menschen einen
behandlungsbedürftigen Hörverlust. Ab einem
Alter von 65 ist schon jeder Zweite betroffen.
Viele reagieren, indem sie Geräte wie Fernseher
oder Radio einfach lauter stellen – meist mit unangenehmen
Folgen für die Angehörigen. Häufi
g sind diese daher auch die Triebfedern für den
Gang zum HNO-Arzt. Leider vergeht bis dahin oft
viel Zeit.
„Die meisten Menschen warten viel zu lange,
bevor sie Maßnahmen ergreifen“, berichtet
Kollmeier, wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums
HörTech. „Aus audiologischer
Sicht ist es sinnvoll, schon bei einem beginnenden
Hörverlust nach Lösungen zu suchen. Hört
man bestimmte Klänge und Geräusche über eine
lange Zeit nicht mehr, muss man während einer
Hörgeräteversorgung erst lernen, diese korrekt
zuzuordnen“, beschreibt der Experte das Dilemma
der Betroffenen. Die Wissenschaftler setzen
bei ihrer Forschung auf eine Verbesserung der
individualisierten Hör-Diagnostik und der darauf
angepassten Versorgung mit persönlichen Hörhilfen.
Um ihre Technologien und Lösungsansätze
zu bündeln, haben sie das Exzellenzcluster
„Hearing4all“ gegründet.
Förderung von 28 Millionen Euro
Im Juni schafften die Hörforscher der Universität
Oldenburg, der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH) und der Leibniz Universität
Hannover den Sprung in die Exzellenzinitiative:
Ihr gemeinsames Exzellenzcluster wird von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem
Wissenschaftsrat für fünf Jahre mit 28 Millionen
Euro gefördert. Das Konsortium rund um das
Thema Hören ist breit aufgestellt: Neben den
drei Hochschuleinrichtungen gehören auch die
Hörzentren Hannover und Oldenburg, das Kompetenzzentrum
HörTech, die Jadehochschule, die
Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie
sowie das Verbundinstitut für Audio-
und Neurotechnologie „Vianna“ in Hannover
dazu. Geleitet wird das Exzellenzcluster von Prof.
Birger Kollmeier (Sprecher) aus Oldenburg und
dem HNO-Arzt Prof. Thomas Lenarz (stellvertre-
Wer schlecht hört, der leidet: Im Alltag, beim Job, zuhause. Das Exzellenzcluster
„Hearing4all“ forscht nach neuen Technologien und Modellen für individuelle Hörhilfen.
Besseres Hören für alle
tik und Therapiemöglichkeiten in der klinischen
Audiologie sollen in dem Exzellenzcluster „Hearing4all“
durch neue physiologische Diagnose-
Instrumente und Hörimplantate entscheidend
vorangebracht werden.
Das bereits etablierte Forschungs-Cluster
„Auditory Valley“, zu dem neben den Oldenburger
Institutionen auch Einrichtungen aus Hannover
zählen, besitzt ein internationales Alleinstellungsmerkmal:
Es verbindet die Hörgeräte-,
Implantat- und Unterhaltungselektronik-Technologie
miteinander. „Die wirtschaftliche Auswirkung
der Hörtechnologie auf die Region wird
durch diese Entwicklungen rasch ansteigen“, betont
Kollmeier. So ist eine enge Kooperation mit
sämtlichen weltweit führenden Hörgeräte- und
Hörimplantat-Herstellern geplant. Bereits jetzt
steckt in über 80 Prozent aller Hörgeräte und
Cochlea-Implantate Technik
aus Oldenburg und Hannover.
Weitere Informationen //
www.hearing4all.de
Lassen sich die Richtmikrofone von Hörgeräten zukünftig mit Gedanken steuern? Die Wissenschaftler
im Auditory Valley untersuchen die Gehirnaktivitäten beim Hören, um zukünftige Entwicklungen noch
besser an die individuellen Bedürfnisse in den jeweiligen Hörsituationen anzupassen.
// Foto: Auditory Valley
tender Sprecher) von der Medizinischen Hochschule
Hannover.
Ziel des Verbundprojektes ist das „Hören für
alle“. Mit ihrer gebündelten wissenschaftlichen
Kompetenz wollen die Experten die sozialen
und gesellschaftlichen Nachteile von Betroffenen
mindern. „Dafür werden innovative Verarbeitungskonzepte
für Hörgeräte und Hör-Implantate
ebenso weiterentwickelt wie ‚assistive‘
Technologie für jedermann – also das Hörgerät in
jedem Smartphone, Fernseher oder Autoradio“,
erzählt Kollmeier. So profi tieren auch normal Hörende
von dem Projekt.
„Cocktail-Party-Effekt“ mit
unangenehmen Folgen
Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die Verbesserung
des Sprachverstehens im Störlärm.
Während normal Hörende beispielsweise in der
Lage sind, auf einer Cocktail-Party nur die Worte
eines Sprechers wahrzunehmen und die anderen
zu unterdrücken („Cocktail-Party-Effekt“), ist es
bei Schwerhörigen ein Problem: Ihre Selektivität
beim Hören ist gestört. Aber auch die Diagnosi2b
e x p r e s s 0 1// 2 013
Hörforschung 11
Mit moderner Informationstechnologie wird die
Auftragsabwicklung deutlich beschleunigt.
// Foto: Kali Nine
Für Logistik-Unternehmen wird IT-Kompetenz immer wichtiger –
durch ein berufsbegleitendes Studium können Mitarbeiter fi t gemacht werden
Next Energy forscht mit Unterstützung der Bundesregierung
wan neuen Lösungen für Energiespeicher und Stromnetze
Praxisnahes IT-Studium für Logistiker
„Cloud“-Konzept für Energienetze
Die Zeiten, in denen Harry Belafonte auf Mr.
Tallyman warten musste, damit dieser im Hafen
endlich die geschleppten Bananen zählt, sind
längst vorbei. Transport, Überwachung und
Bezahlung von Waren fi nden inzwischen weit
überwiegend mit elektronischer Unterstützung
statt, deshalb ist umfassendes IT-Know-how für
Logistiker nun auch deutlich mehr wert als ein
breites Kreuz. Gut ausgebildetes Personal für
die Software-Entwicklung wird in der Branche
immer stärker nachgefragt – die Akademie für
Weiterbildung an der Universität Bremen bietet
daher jetzt mit ihrem Programm „Logistik und
IT“ ein weiterbildendes Studium an, das auch
modulweise besucht werden kann. Es startet im
April und soll das nötige Wissen für das professionelle
Software Engineering in der Logistik
verschaffen.
Zielgruppe sind in erster Linie Mitarbeiter von
Logistik-Unternehmen, die bereits IT-Kenntnisse
mitbringen. Aber auch für IT-Dienstleister, die
regelmäßig mit Kunden aus dem Transportgewerbe
arbeiten, ist das Angebot interessant. Das
Studium ist in sechs Module unterteilt, die unterschiedliche
Themen aus Bereichen wie Programmierung,
Softwaretechnik und Logistikmanage-
Am EWE-Forschungszentrum Next Energy
haben die Arbeiten an zwei Forschungsprojekten
begonnen, die im Rahmen der „Förderinitiative
Energiespeicher“ von der Bundesregierung unterstützt
werden. Die Initiative hat das Ziel, bis
zum Jahr 2050 eine gleichbleibend hohe Versorgungssicherheit
zu gewährleisten, selbst wenn
der Strombedarf zu 80 Prozent aus erneuerbaren
Energien gedeckt wird.
Im Projekt „green2store“ erforschen die Oldenburger
Wissenschaftler, wie sich überregional
verteilte Speichersysteme im Verbund nutzen
lassen. „Basierend auf der Idee des ‚Cloud-Computings‘
wollen wir den Benutzern über ein Netzwerk
mehrere dezentrale Speicher dynamisch an
den Bedarf angepasst zur Verfügung stellen“, erment
umfassen. Es erstreckt sich insgesamt über
18 Monate und kann nach Angaben der Akademie
problemlos neben dem Beruf bewältigt werden.
Deshalb wird der Unterricht als Mischung zwischen
E-Learning mit tutorieller Begleitung und
etwa acht Präsenzveranstaltungen pro Modul
durchgeführt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten
bei erfolgreichem Abschluss eines Moduls
sogenannte „Credit Points“, die europaweit auf
klärt Frank Schuldt, „green2store“-Projektleiter
bei Next Energy. Innerhalb des Projekts, an dem
neben der EWE AG als Konsortialführer acht weitere
Partner beteiligt sind, befasst sich Next Energy
mit den Anforderungen an elektrische Energiespeicher
für das Cloud-Konzept. Am Ende des
auf vier Jahre angelegten Forschungsvorhabens
sollen eine wirtschaftliche Bewertung sowie Erfahrungen
über den regulatorischen Rahmen bei
der Nutzung dezentraler Speicher stehen.
Mit dem Stromversorgungssystem des Jahres
2050 befasst sich das auf drei Jahre ausgelegte
Forschungsvorhaben „Restore 2050“. Als
Projektkoordinator verfolgt Next Energy dabei
gemeinsam mit der Universität Oldenburg und
dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Enerandere
universitäre Studiengänge angerechnet
werden können. Verglichen mit dem normalen
Uni-Betrieb haben die Dozentinnen und Dozenten
deutlich mehr Zeit für die individuelle
Betreuung, weil die Gruppen nur zwischen acht
und 20 Personen umfassen. Die Modul-Prüfungen
bestehen in der Regel aus Projektarbeiten,
bei denen Fragestellungen aus dem eigenen Unternehmen
bearbeitet werden können – und das
mit universitärem Know-how.
Wer Interesse am berufsbegleitenden Studium
„Software Engineering für logistische Systeme“
hat, kann sich beim Akademie-Team melden
und sich dort unverbindlich beraten lassen. Dann
wird geklärt, ob das Angebot zu den Vorkenntnissen
und zu den angestrebten Zielen passt.
Kontakt //
Ronny Finster
Lehrgangsleitung
Telefon 0421 - 218 61 629
E-Mail finster@uni-bremen.de
Weitere Informationen //
www.uni-bremen.de/logit
www.schlaues-haus.info
gie einen europaweiten Ansatz: „Wir wollen
herausfi nden, wie sich ein länderübergreifendes
Stromverbundsystem optimieren lässt, das
nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien
gespeist wird“, erklärt Projektleiter Thomas
Vogt. Dazu werden zum einen vorhandene
Studien verglichen und analysiert. Ergänzend
wird mittels computergestützter Simulationen
untersucht, wie sich solch ein System durch einen
cleveren Ausbau der erneuerbaren Energien
und durch technologische
Lösungen positiv beeinfl ussen
lässt.
Weitere Informationen //
www.next-energy.de
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
12 Start-ups
ForWind bündelt regionales Forschungs-Know-how und entwickelt effi zientere
Offshore-Technologie
Intelligente Rotorblätter für die Energiewende
Von Insa Lohmann
Die Experten sind sich einig: Wenn die Energiewende
gewollt ist, führt kein Weg an der
Offshore-Windenergie vorbei. Der Nordwesten
Deutschlands verfügt dabei über einen natürlichen
Standortvorteil. Um diesen wirtschaftlich
voll ausschöpfen zu können, muss die Region
allerdings auch im Bereich Forschung und Entwicklung
eine Spitzenposition einnehmen. Zu
den wichtigsten Akteuren zählt dabei ForWind,
das in Oldenburg ansässige Zentrum für Windenergieforschung.
Aktuell beschäftigt es sich beispielsweise
mit der Entwicklung von intelligenten
Rotorblättern – einem vielversprechenden
Gebiet, bei dem die Wissenschaftler dem Rest
der Welt eine Nasenlänge voraus sind.
ForWind ist ein Forschungsverbund der Universitäten
Oldenburg, Hannover und Bremen.
Das Spektrum der behandelten Themen reicht
von der Meteorologie über die Materialforschung
bis hin zur Integration von Windstrom
in das elektrische Netz. Wesentliche Fragen
dabei sind: Wie lässt sich die Turbulenz von
Windkraftanlagen möglichst genau erfassen?
Welche Belastungen wirken auf die Tragstrukturen
von Offshore-Windenergieanlagen? Welche
Chancen bietet die Windkraft für eine dezentrale
Energieversorgung der Zukunft? „Mit ForWind
haben wir eine umfangreiche Infrastruktur: Als
Experten vor Ort können wir genau diesen Fragestellungen
auf den Grund gehen“, sagt Stephan
Barth, Geschäftsführer von ForWind.
Strömung ist entscheidend
für Energieausbeute
Die Ressource Wind bestimmt den Energieertrag
einer Anlage und beeinfl usst ihre Lebensdauer.
Dabei möglichst genaue Vorhersagen der Windbedingungen
für Windparks zu treffen, ist einer
der zentralen Forschungsansätze des Oldenburger
Instituts. Von entscheidender Bedeutung ist
dabei die Strömung in den Windparks. Dafür
werden sogenannte Laser-Fernerkundungsverfahren
angewendet: „Wir können praktisch in
den Wind hinein schauen: Wie verhält er sich?
Welche Wechselwirkungen gibt es?“, so Barth.
ForWind analysiert die Windfelder und kann
daraus wichtige Informationen gewinnen – zum
Beispiel darüber, welches die günstigste Anordnung
in einem Windpark ist, wenn mehrere Anlagen
im Spiel sind.
Erst Ende Januar hat das Zentrum für Windenergieforschung
seine Position weiter deutlich
gestärkt: Gemeinsam mit dem Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und
dem Fraunhofer Institut für Windenergie und
Energiesystemtechnik (IWES) wurde der Forschungsverbund
Windenergie gegründet. Barth:
„Damit bündeln wir das Know-how von rund 600
Wissenschaftlern. Das ist weltweit einmalig.“ Die
Branche professionalisiert sich dadurch nicht nur
weiter, sie setzt auch Synergien für Großprojekte
im Bereich Windenergie frei. So starten die Partner
direkt mit dem Projekt „Smart Blades – Entwicklung
und Konstruktion intelligenter Rotorblätter“,
das vom Bundesministerium für Umwelt
(BMU) mit einem Volumen von 12 Millionen Euro
gefördert wird.
Automatisierte, robotergestützte
Produktion von Rotorblättern.
// Foto: DLR
„Die nächste Generation entwickeln“
Das Problem, das sie lösen wollen: Bei großen
Windstärken müssen Rotorblätter derzeit noch
in voller Länge aus dem Wind gedreht werden,
um sie zu schützen. Effi zienter wäre es, wenn
die Angriffsfl äche des Winds lokal nur soweit
reduziert werden könnte, wie es die Situation
erfordert. Der Verbund Windenergie setzt daher
bei seiner Forschung auf Rotorblatthinterkanten,
die sich in ihrer Form verändern können
und auf Klappen, die bei Bedarf den Wind umlenken.
Sehr große Rotorblätter, die mit solchen
Mechanismen ausgestattet sind, können gezielt
Böen ausregeln und Leistungsschwankungen
verringern. Dadurch kann die Schadensanfälligkeit
reduziert und eine längere Lebensdauer
erreicht werden. „Wir entwickeln jetzt die nächste
Generation im Bereich Smart Blades“, kündigt
ForWind-Geschäftsführer Barth an. Aber: Die
Komplexität erhöhe natürlich auch die Fehleranfälligkeit.
Die große Kunst sei nun zu erforschen,
welches Verfahren sich am besten eigne.
Derzeit ist die Industrie noch skeptisch, was
die intelligenten Rotoren betrifft. Barth ist sich
allerdings sicher, dass sich das mit den ersten
Prototypen ändern werde. Nach intensiver Forschung
sei auch eine industrielle Herstellung
und eine Zusammenarbeit mit Windenergieanlagenherstellern
aus der Region geplant. Barth:
„Derzeit wird im asiatischen Raum in Richtung
Smart Blades noch nicht geforscht. Wir haben
hier im Nordwesten also einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.“
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
Energie / Umwelt 13
Fabian Stichnoth und Tobias Recke (v.l.).
// Foto: Smart Insights
Bremer Unternehmen Smart Insights bietet mobile Marktforschungslösungen
Für jedes Unternehmen ist es wichtig, insbesondere
kritische Rückmeldungen, Wünsche
und Ideen seiner Kunden möglichst schnell zu
erfassen. So können Kunden zufriedengestellt
und langfristig gebunden werden. Das Bremer
Startup-Unternehmen Smart Insights hat vor
diesem Hintergrund eine neuartige Möglichkeit
geschaffen, Kundenmeinungen genau dann zu
erheben, wenn sie entstehen: Bei der Nutzung
des Produktes oder der Inanspruchnahme einer
Dienstleistung.
Die beiden Gründer und Marktforschungsexperten
Tobias Recke und Fabian Stichnoth
haben dazu die Smartphone-App „my opinion“
entwickelt, mit deren Hilfe Nutzer jederzeit ihre
Wünsche oder Probleme auf mobilem Wege an
den Hersteller kommunizieren können. „Über
das Einscannen des Barcodes eines Produkts
erhalten Anwender im Rahmen der App sofort
die Chance, Feedback zu geben“, erläutert Recke.
Der Weg der mobilen Marktforschung kann aber
nicht nur über den Barcode, sondern auch über
so genannte QR-Codes erfolgen. „Beide Ansätze
erlauben es, Probanden bei der Nutzung eines
Produkts oder einer Dienstleistung individuell
zu befragen. Die Barcode-basierte Abfrage
bieten wir unseren Kunden zurzeit bundesweit
konkurrenzlos an“, so Stichnoth über das Alleinstellungsmerkmal
von Smart Insights. „Die
erhobenen Daten werden von uns in einem Online-
live-Reportingportal zur Verfügung gestellt,
sodass Unternehmen jederzeit einen aktuellen
Überblick über die Stimmungslage Ihrer Kunden
haben.“
Porsche unter den ersten Kunden
Dass die Jungunternehmer wissen, wovon sie
reden, zeigt nicht zuletzt, dass mit Porsche bereits
ein namhafter Kunde die Dienstleistungen
von Smart Insights nutzt. Zudem wurde das Geschäftskonzept
der Absolventen der Universität
Bremen im letzten Jahr mit dem ersten Platz im
Geschäftsideenwettbewerb der Bremer Hochschulinitiative
„Bridge“ ausgezeichnet.
Im Rahmen eines einjährigen Gründerstipendiums
des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Technologie arbeiten Recke und Stichnoth
seit vergangenem Sommer an der Umsetzung
ihres Geschäftskonzepts. Durch intensive Arbeit
haben die Marktforscher mittlerweile einen
Meilenstein auf ihrem Gründungsweg erreicht.
„Wir sind sehr stolz an dem Punkt zu sein, Interessierten
die fertige ´my opinion´ App erstmals
vom 5. bis zum 9. März auf dem Bremer Gemeinschaftsstand
der CeBIT präsentieren zu können“,
so Stichnoth.
Wertvolle Informationen für
die Positionierung
Neben der neuartigen mobilen Erhebung von
Kundenmeinungen nutzt das Unternehmen,
das im Bremer Technologiepark angesiedelt ist,
zudem ein von Recke im Rahmen seiner Dissertation
entwickeltes Verfahren für Markenpositionierungs-
Analysen. Mit dem internetbasierten
„Brand mapping“-Verfahren lässt sich Markenwissen
auf neuartige Weise erheben und visualisieren.
„Entscheider erhalten Informationen unter
anderem darüber, wie ihre Marke im Markt wahrgenommen
wird, wo Differenzierungspotenziale
bestehen und wie diese durch den gezielten Einsatz
von Marketingmaßnahmen ausgeschöpft
werden können“, erklärt Recke, der für die Weiterentwicklung
des Verfahrens mit dem zweiten
Platz des Wissenschaftspreises des Markenverbandes
G.E.M. ausgezeichnet wurde.
Abgerundet wird das Angebot der Bremer
durch Sekundärdatenanalysen, bei denen relevante
Informationen aus Datenbanken, Wirtschaftsarchiven,
Publikationen oder Fachzeitschriften
für Kunden verdichtet und aufbereitet
werden.
Die Smart Insights GmbH wird von Professor
Christoph Burmann, Inhaber des Lehrstuhls für
innovatives Markenmanagement (LiM) an der
Universität Bremen, als Mentor begleitet sowie
von der Bremer Hochschulinitiative „Bridge“ und
dem Bremer Landesprogramm „BRUT“ der Bremer
Aufbau-Bank unterstützt. (hr)
Mehr Informationen //
www.smart-insights.de
Kundenmeinungen dort erheben,
wo sie entstehen
i2b e x p r e s s 0 1// 2 013
14 Wirtschaftsförderung / Au tomotive
Innovative Produktideen
uas dem Nordwesten
Die InnoWi GmbH ist die regional ansässige und
weltweit agierende Dienstleistungsagentur für
wissenschaftliche Erfinder der Hochschulen,
Forschungsinstitutionen und Unternehmen im
Land Bremen sowie dem nordwestlichen Niedersachsen.
Als Berater übernimmt die InnoWi
GmbH allein oder im Verbund ihrer Partnernetzwerke
alle patentrechtlichen und vermarktungsrelevanten
Aufgaben von der Idee bis zur
Markeinführung. Weitere Informationen zu den
hier beschriebenen Innovationen oder konkrete
Beratung erhalten Sie unter mail@innowi.de
und Telefon 0421 - 9600-70.
Ökologisch orientiertes Bauen mit
nachwachsenden Rohstoffen
Ressourcenschonung und nachhaltiges Bauen:
das ist Zweck der am UFT an der Universität
Bremen entwickelten Papierschaumplatten auf
Basis nachwachsender Rohstoffe und Papier-
Reststoffe. Die Platten zeigen gute Eigenschaften
bezüglich der Wärmeleitfähigkeit, des Brandverhaltens,
der Schimmelresistenz und der Wasserabstoßung,
die zudem auf den spezifi schen
Anwendungsfall optimiert werden kann. Da sie
zudem leicht bearbeitbar sind, ergeben sich vielfältige
Einsatzgebiete, z.B. im Bereich des ökologischen
Bauens als nicht tragende Bauelemente,
als Dämmmaterial für die Innendämmung oder
als Akustikraumelemente. Die Platten sind außerdem
feuchteregulierend und diffusionsoffen
und schaffen somit ein gesundes Raumklima.
Zu diesem technologischen Nutzen gesellen
sich ökologische Vorteile, da sie toxikologisch
und ökotoxikologisch unbedenklich sind und
durch die Verwendung von Reststoffen die CO2-
Bilanz – im Gegensatz zu Mineralfaserplatten
oder Polystyrol – reduziert wird. Für die weitere
Entwicklung und Umsetzung werden Investoren,
Entwicklungspartner und Pilotanwender
gesucht.
von dort aus den Stapel hinauf klettert und dabei
jede Palette mit zwei Transpondern bestückt.
Die neue Erfi ndung nutzt die Verweilzeit nach
der Produktion der Palettenstapel aus und löst
sich somit von der sehr kurzen Produktionstaktung
von üblicherweise 6 bis 8 Sekunden pro Palette.
Bestehende Produktionsprozesse müssen
nicht geändert oder verlängert werden; eine kostenintensive
Änderung der Automatisierungstechnik
ist nicht mehr notwendig. Der Palettenhersteller
kann den Tagging-Roboter bei der
Neuproduktion, der Nachrüstung in Zwischenlagern
oder bei der Instandsetzung von Paletten
einsetzen. Für die Umsetzung und Optimierung
des zum Patent angemeldeten Tagging-Roboters
werden Lizenznehmer, Investoren und Kooperationspartner
gesucht.
Der Tagging-Roboter bei der Arbeit.
// Quelle: BIBA
Der mobile Tagging-Roboter zur einfachen
RFID-Kennzeichnung für Paletten
Holzfl achpaletten stellen einen der bedeutendsten
Mehrwegladungsträger in der Logistik dar.
Mehr als 500 Millionen der sogenannten Europaletten
befi nden sich derzeit im Umlauf. Um die
Palettenströme zukünftig besser verfolgen zu
können, arbeitet die European Pallet Association
e.V. als größter Palettenpoolbetreiber schon seit
längerem an einer Identifi kation und Lokalisa

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